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Montag, 2. Dezember 2013

Fachtagung Gefängnistheater vom 31.Juli bis 3.August 2014 in Bremen



Auch hinter Mauern und Gittern
                                                                                                         kann man frei sein.

Fachtagung „Gefängnistheater“ in Bremen vom 31. Juli bis 3. August 2014.
Methoden, Fragestellungen und Sinn der Arbeit mit darstellenden Künsten in Justizvollzugsanstalten 

In der resozialisierenden Arbeit mit Strafgefangenen finden unterschiedliche Formen darstellender Künste in vielen Justizvollzugsanstalten nicht nur in Deutschland, sondern auf der gesamten Welt erfolgreiche Anwendung. Ob dabei dramatisches Theater, performatives Theater, Musiktheater, Tanztheater oder weitere Formen zur Anwendung kommen, hängt in Deutschland in erster Linie von den jeweiligen Initiatoren dieser Arbeit ab. Die Bedingungen unter denen diese Arbeit zwischen Kunst, Theaterpädagogik, Kulturvermittlung, Sozialarbeit und Therapie stattfindet, sind sehr unterschiedlich und abhängig von vielen Faktoren, wie z.B. der Initiative der jeweiligen Veranstalter, den vorhandenen oder nicht vorhandenen Schwerpunktsetzungen und Unterstützungen durch die Leitungen der Justizvollzugsanstalten sowie auch vom Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein regionaler und überregionaler Förderungsstrukturen und Unterstützung durch die gesellschaftlichen Institutionen.
Die Fachtagung „Gefängnistheater“ lädt exemplarisch renommierte Vertreter von Theaterarbeit in Strafanstalten in Deutschland und Italien für vier Tage nach Bremen ein, um gemeinsam über viele anhängige Fragestellungen zu diskutieren, in den methodischen und praktischen Austausch zu kommen und letztlich Sinn und Zweck dieser Arbeit im vom resozialisierenden Gedanken getragenen Strafvollzug  für unsere heutige Zeit klarer definieren zu können.
Aus folgenden Leithemen resultierende Fragestellungen werden Gegenstand der Referate und Diskussionen bei dieser Fachtagung sein:
      Modelle der Arbeit mit darstellenden Künsten in Justizvollzugsanstalten
      Bedingungen der Arbeit mit darstellenden Künsten in Justizvollzugsanstalten

Die Fachtagung bietet außerdem praktischen und methodischen Austausch in Arbeitskreisen und Workshops.

Öffentliches Abschlusssymposium am 3.8.2014: Formen, Sinn und Zweck von „Gefängnistheater“

Mittwoch, 27. Juni 2012

Welche theaterpädagogischen Projekte wir anbieten - 2

Gib ein Zeichen
Über die Inszenierung des Jugendstücks „Das Herz eines
Boxers“ von Lutz Hübner mit jugendlichen Strafgefangenen



Als zweites „Gib ein Zeichen“-Projekt mit jugendlichen Strafgefangenen der JVA Bremen-Oslebshausen hat das Studio 13 Theaterinstitut das Jugendtheaterstück „Das Herz eines Boxers“ von Lutz Hübner in der Justizvollzugsanstalt der Freien Hansestadt Bremen (Teilanstalt Jugendvollzug) im April 2011 zur Aufführung gebracht.

Zu dem Stück:
Das Stück „Das Herz eines Boxers“ handelt von der Begegnung zwischen dem jugendlichen Straftäter Jojo und dem im Altenheim lebenden ehemaligen Boxer Leo. Jojo soll wegen einer Straftat Sozialstunden im Altenheim in Form von Renovierungsarbeiten leisten. Zwischen Jojo und Leo, zwei Generationen voneinander entfernt, scheint der Graben zunächst unüberwindbar. Doch durch eine rasante und von lebendigen Ereignissen geprägte Entwicklung befreunden sich die beiden Protagonisten.

Zu der Arbeitsweise:
Die Rolle des jugendlichen Jojo wurde in wechselnder Besetzung gespielt und mit einer Gruppe jugendlicher Strafgefangener in der JVA Bremen-Oslebshausen entwickelt und einstudiert. Um intensiv auf die Bedürfnisse der einzelnen jugendlichen Darsteller eingehen zu können und um das kreative Potential der Jugendlichen durch die Theaterarbeit individuell zu fördern, bestand das Projektteam aus drei aufeinander eingespielten theaterpädagogischen Kräften.

Projektteam:
Markus Herlyn (Projektleitung u. Regie), Reiner Ubbelohde (Schauspiel), Martina Kock (Trainerin und Mitarbeit Regie), Stella Oppelland (Trainerin und Mitarbeit Regie) und Maike Hoffmann (Praktikantin)

Die Rolle des alten Boxers Leo übernahm der 70jährige Schauspieler Reiner Ubbelohde. Durch das reale Zusammenspiel mit einem Mann im Alter ihrer Großväter sowie die Konfrontation im Stück sind zusätzliche kreative Impulse ins Spiel gekommen, die allen Beteiligten neue Sichtweisen in der Generationenfrage eröffneten.

Zu den Zielen des Projektes:
Nach den positiven Erfahrungen mit der Umsetzung des Theaterstücks „Die Nacht vor der Verhandlung“ von Anton Cechov im Februar 2010 in der JVA Oslebshausen ist jugendlichen Strafgefangenen wiederum die Möglichkeit eröffnet worden, ihren Kontakt zum Theater und zur Kultur zu entwickeln oder zu vertiefen.

Sowohl das Stück „Das Herz eines Boxers“, als auch die vom Studio 13 Theaterinstitut entwickelte theaterpädagogische Vorgehensweise erleichterte es den Jugendlichen, sich von einer anderen Seite zu zeigen, festgefahrene Rollenmuster zu verlassen, empathisches Verhalten zu üben und den Wert von Verantwortung in der Gemeinschaft zu verstehen. Die Rolle des Jojo legte dafür den „roten Teppich“ aus, denn Jojo ist „krass“, hat auch schon „Mist gebaut“ und ist dennoch letztlich eine positive Figur, ein Vorbild geradezu.

 
    Das Projektteam am Bahnhof Bremen-Oslebshausen
                                                            Foto: M. Herlyn 
Das Projekt wurde gefördert durch:
- Fonds Soziokultur, Bonn
- PlusPunkt Kultur
  Bundesvereinigung Kulturelle Kinder-und Jugendbildung e.V., Berlin
- SWB Bildungsinitiative, Bremen
- Verein zur Förderung des Studio 13 e.V., Bremen
- eine anonyme Spenderin, Bremen